Naturgeschichten

Folge 1              „Zieh weiter Mink“

Wir Junkerfelder haben es so gewollt und schon immer gewusst: wir siedeln in der Natur, inmitten von Wald, Wiesen, viel Grün und herrlicher Stille.Mink 3

Entgegen der Prognosen so mancher uneinsichtiger Umweltschützer in den Wendejahren haben wir keinem Tier seinen Lebensraum genommen oder die Natur nachhaltig geschädigt. Im Gegenteil, eine derartige Artenvielfalt hat es vor unseren Aktivitäten wohl noch nicht gegeben. Partielle Flächen des Junkerfeldes werden nunmehr als Biotope ausgewiesen! Tiere, wie Rehe, Fuchs, Wildschwein, Marder, Eichhörnchen, Igel, Eidechsen und Schlangen, zahlreiche Vogelarten, Schmetterlinge und Fledermäuse haben bei uns oder in der Nähe ihr zu Hause. Und nun wohl auch ein Mink. Das vermuten jedenfalls die Teichbesitzer unter den Junkerfeldern. Nachdem seit längerer Zeit auch der Waschbär schon in den Teichen bei seinen possierlichen Spielen gesichtet wurde ist den Zierfischfreunden nun doch das Lachen vergangen. Teich um Teich verlor in den letzten Wochen sein buntes Treiben. Anfangs fehlten die größeren Fische, insbesondere Kois scheinen bei dem Burschen begehrt zu sein, teuer genug sind sie ja! Nach 2-3 Tagen, als auch die meisten kleineren Fische verschwunden waren, wurde der nächste Teich „besucht“. Mit gleichem Ergebnis. Entwurzelte Pflanzen bleiben als traurige Dekoration zurück. Auch ein Anzeichen dafür, dass uns wohl kein Reiher oder Kranich regelmäßig besucht. Unsere Internetrecherchen und ein Augenzeugenbericht lassen uns auf einen Mink schließen. Und der ist ein guter Schwimmer und taucht wohl bis 6m tief! So tief wollen wir unsere Teiche nun doch nicht buddeln. „Gefährliches“ Wasserspielzeug wie Krokodile und Wasserbälle auf den Teichen, Netze, Unterwasserlicht und Außenscheinwerfer  dienen wohl eher der Beruhigung als einer wirklichen Abschreckung.Mink 2

Wir haben es so gewollt, wir leben im Einklang mit der Natur. Wir fühlen uns bzw. leben hier wie deren Gast. Wer Gast ist, muss sich nach den Regeln des Gastwirtes richten. Da müssen wir also auch mit mehr oder weniger ungebetenen Gästen leben, auch wenn es manchem Gast ganz schön weh tut und er gen Himmel fleht: „Zieh weiter Mink, wir haben dich lange genug gefüttert!“

22.06.2008

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